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Die Einführung des Umweltmanagementsystems EMAS bei Natursteine Glöckner

5 Fragen - 5 Antworten

Von Katja Hobler


1. Warum haben wir ein Umweltmanagementsystem (UMS) eingeführt? Und warum EMAS?

Als wir uns 2014 erstmals damit beschäftigten, wie nachhaltig wir bei Natursteine Glöckner wirtschaften, haben wir festgestellt, dass wir im Kernthema "Umwelt" in der Kür schon recht weit gekommen waren, in der Pflicht jedoch große Schwachstellen hatten. So war uns zwar klar, dass wir zahlreichen Gesetzen unterliegen. Aber wir hatten keinerlei Überblick, wieviel und welche Umweltgesetze uns betreffen, bzw. ob wir diese auch nur teilweise erfüllen. Diese Unklarheit galt es abzustellen, schon alleine aus Gründen der Haftung.

Zwei UMS standen zur Auswahl, die ISO 14001 und EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Für die Entscheidung für EMAS gaben folgende Argumente den

Ausschlag:
  • Die ISO 14001 ist Bestandteil von EMAS.
  • Höhere Glaubwürdigkeit: Die Umweltbehörde wird angefragt, ob etwas gegen das Unternehmen vorliegt, das das EMAS-Siegel tragen will. Ist dies der Fall, bekommt man es nicht. Bei der ISO 14001 genügt die Aussage des Unternehmens.
  • Ergebnis-Orientierung: Bei EMAS steht die Verbesserung der Umweltleistung im Vordergrund, bei der ISO 14001 die Verbesserung des Umweltmanagementsystems.
  • Geringere Kosten: Die ISO 14001 erfordert eine jährliche Auditierung durch einen externen Gutachter, unabhängig von der Unternehmensgröße. EMAS sieht dies bei kleineren Unternehmen nur alle zwei Jahre vor.
  • Förderung: Wir erhielten einen Zuschuss von fast 50% der Beratungs- und Auditierungskosten durch das Umweltministerium für die Einführung vom EMAS.

2. Welchem Zweck dient das Umweltmanagementsystem?

Wir können nun nicht nur sicher sein, dass wir die rechtlichen Vorgaben erfüllen, dies wurde sogar durch einen externen Gutachter bestätigt. Das ist für uns als Einzelunternehmen extrem wichtig. EMAS sorgt dafür, dass das Thema Umwelt nicht im Alltagsgeschäft untergeht, sondern das die entsprechenden Fragestellungen fester Bestandteil der Geschäftsprozesse sind.

Indem wir uns einem festgeschriebenen Managementverfahren unterwerfen, können wir sicher sein, dass die einzelnen Prozesse in gleicher Qualität ablaufen und nachvollziehbar dokumentiert sind. Die Einübung dieser Handlungsabläufe wirkt über das Umweltthema hinaus zudem in andere Arbeitsbereiche und führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung im gesamten Management.

3. Wie ist die Einrichtung abgelaufen?



4. Welche Voraussetzungen benötigt man?

Man sollte sich auf jeden Fall unterstützen lassen: Die Handwerkskammer bietet sich an, dort sind häufig auch Umweltzentren angesiedelt. Für die Dienstleistung muss man zwar Geld investieren, aber das ist die Expertise, die Berater in punkto Umweltrecht und Managementsysteme mitbringen, wirklich wert.

Ein wesentlicher Punkt bei EMAS ist die Einbeziehung der Mitarbeitenden. Nicht nur deshalb halte ich es für sinnvoll, die Rolle des/der Umweltbeauftragten zu delegieren. Man kann als Chef oder Chefin ja nicht alles alleine managen. Außerdem würde ich dazu raten, im Erstgespräch die Kosten für die Einführung eines UMS zusammenzustellen. Nicht nur eine Beratung kostet Geld, sondern auch der externe Gutachter und eventuelle Neuanschaffungen wie geeignete Lagermöglichkeiten für Gefahrstoffe etc.

5. Welche Überraschungen gab es im Prozess?

Überrascht hat uns der hohe Anteil an Inhalten aus dem Bereich Arbeitssicherheit. Wir haben uns noch einmal intensiv mit dem Thema „Staub“ auseinander gesetzt und planen für unsere Schulungstage zum Jahresanfang 2018 eine Schulung, die sich damit befasst.

Ungewohnt waren die doch recht strengen formalen Vorgaben bezüglich der Begrifflichkeiten, der Abfolge und der Prozesse insgesamt. Dies stellt jedoch bloß auf den ersten Blick eine Hürde dar: Tatsächlich wird die Durchführung nach einer gewissen Eingewöhnungszeit erleichtert, weil jedeR im Betrieb die gleichen vorgegebenen Abläufe einhalten muss. Dies wirkt sich auch nachhaltig auf die Qualität aus.

Unterschätzt haben wir die Marketing-Möglichkeiten, die die Umwelterklärung bietet. Hatten wir sie zunächst eher nüchtern und kurz gehalten, überarbeiteten wir sie nach intensiver Besprechung mit dem Umweltgutachter noch einmal aus Kundensicht.

6. Würden wir es wieder tun?

Auf jeden Fall! Es ist sehr beruhigend, nicht nur zu ahnen, sondern zu wissen, dass wir die Umweltgesetze einhalten und dass unsere Belegschaft entsprechend geschult ist.

Außerdem haben wir nicht nur im Kernthema selbst viel gelernt, sondern darüber hinaus zum ersten Mal mit einem Managementsystem gearbeitet. Viele Methoden und Werkzeuge lassen sich auf andere Bereiche übertragen.