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HANDWERK MIT VERANTWORTUNG




Handwerker verpflichten sich zur Nachhaltigkeit


Timothy Vincent, Steinbildhauer aus Wetter, hat die
Initiative Handwerk mit Verantwortung gegründet.
Wetter/Herdecke. Steinbildhauer Timothy Vincent aus Wetter begrüßt das neue Bestattungsgesetz gegen Grabsteine aus Kinderarbeit. Er hat darüber hinaus die Initiative „Handwerk mit Verantwortung“ gegründet.

Das neue Bestattungsgesetz, das Anfang Oktober in Kraft getreten ist, schreibt unter anderem vor, dass auf Friedhöfen in NRW nur noch zertifizierte Grabsteine aufgestellt werden dürfen. Über Sinn und Zweck dieses Gesetzes und über die von ihm gegründete Initiative „Handwerk mit Verantwortung“ sprachen wir mit dem Steinbildhauer Timothy Vincent.

Frage: Was sind zertifizierte Grabsteine?
Timothy Vincent: Das sind solche, die nachweislich ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Weil es aber noch keine belastbaren Zertifikate gibt, die ausschließen können, dass in der Wertschöpfungskette Kinderarbeit stattgefunden hat, wurde eine Karenzzeit bis zum 1. Mai 2015 eingerichtet. In dieser Zeit müssen Statuten geschaffen werden, und zwar von einer als unabhängig anerkannten Zertifizierungsstelle. Es geht dabei nur um die Importsteine, die bunten Granite aus Fernost.
Was bedeutet das neue Gesetz für Handwerker und Kunden?
Bislang gab es für den Steinmetz keine Handlungssicherheit. Das soll sich mit dem Gesetz ändern. Ich begrüße das Gesetz sehr, weil es Transparenz und Aufklärung schaffen soll. Und weil es eine Fernwirkung in den Produktionsländern haben kann, denen gezeigt werden soll, dass hier für Steine aus Kinderarbeit kein Markt ist. Auch für Kunden schafft das Gesetz Transparenz. Denn als Konsument steht man ja sozusagen mit beiden Beinen auf den Schultern der Kinder, die die Steine brechen.

Sie selber sind noch einen Schritt weiter gegangen und haben die Initiative „Handwerk mit Verantwortung“ gegründet. Was wollen Sie damit bewirken?
Die Initiative zielt in zwei Richtungen. Erstens soll sie Transparenz für den Kunden schaffen. Für eine bewusste Kaufentscheidung muss er wissen, woher ein Produkt stammt. Für unser Gewerk bedeutet das, nur noch regionale, nationale oder europäische Natursteine zu verarbeiten und alles auszuschließen, was nicht aus Europa kommt. Denn es ist auch ökologisch nicht tragbar, alles um die halbe Welt zu schicken. Zweitens geht es bei „Handwerk mit Verantwortung“, dass wir Handwerker damit unsere Verbundenheit zur Region zeigen. Und dass wir klar machen: Wir fertigen nicht industriell, sondern individuell. Es geht um ein nachhaltiges Wirtschaften mit Gleichgesinnten.

Wollen Sie mit Ihrer Initiative auch Handwerker aus anderen Branchen ansprechen?
Auf jeden Fall. Ich habe bereits gewerk-übergreifend viele produzierende Handwerker angesprochen, die nachhaltig arbeiten. Inzwischen gehören Steinbildhauer aus Hessen und dem Saarland dazu, ein Bäcker aus Hilden, aber auch Sattler oder Goldschmiede sollen dabei sein. Wir Handwerker garantieren durch eine Selbstverpflichtung, dass wir nachhaltig produzieren.

Mit welchen Steinen arbeiten Sie und woher kommen die?
Ich verarbeite vornehmlich Ruhrsandstein aus dem Steinbruch Grandi in Herdecke, von Imberg und von Oberste aus Dortmund. Außerdem Anröchter Grünsandstein, Diabas aus Hessen sowie skandinavische und bayrische Granite, also nur Naturwerkstein aus dem europäischen Wirtschaftsraum. Und meine Werkzeuge wie Schrifteisen, Knüpfel, Sprengeisen, Zahneisen und Stockhämmer beziehe ich von einer ökozertifizierten Firma aus Frankreich.

Elisabeth Semme



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16.12.2014
Quelle: WAZ
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wetter-und-herdecke/handwerker-verpflichten-sich-zur-nachhaltigkeit-id10147630.html