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Als kleines Unternehmen erfolgreich bei den EMAS Awards 2019

Als unser EMAS-Auditor vom Umweltzentrum Saar-Lor-Lux mich an- und aufrief, unser Unternehmen für die EMAS Awards 2019 zu bewerben, hatte ich vorher noch nie von diesem Wettbewerb gehört. Herr Dr. Hirsch, der uns 2017 bei der Einführung und den internen Audits des anspruchsvollen Umweltmanagementsystems unterstützt hat, rechnete uns von Anfang an gute Chancen aus, weil nachhaltige Unternehmensführung das Thema der Awards war, genauer gesagt lautete es "EMAS als Motor des Wandels". Es sollte also der Frage nachgegangen werden, wie die das Umweltmanagementsystem, seine Einführung und seine Anwendung es Organisationen und Unternehmen erleichtert sich insgesamt nachhaltiger aufzustellen.

Und wenn man es genau nimmt, waren wir dafür eigentlich nicht der richtige Kandidat, denn tatsächlich war es bei uns genau umgekehrt: Als wir 2014 im Rahmen der CSR-Beratung unsere erste Wesentlichkeitsmatrix entwickelten, mussten wir feststellen, dass wir im Bereich Umwelt nicht gut aufgestellt waren. Nicht etwa, weil uns das Thema gleichgültig war oder weil wir besonders umweltschädlich unterwegs waren, sondern weil wir schlichtweg keine Aussage über unsere Umweltleistung treffen konnten. Wir hatten keinen Überblick über unsere Gefahrstoffe, die Mitarbeitenden waren nicht explizit geschult (und wenn, war es auf keinen Fall dokumentiert). Wir erhoben keine Daten über die Energieverbräuche, stellten keine Jahresvergleiche an, usw. Und tatsächlich reicht schon die Aufzählung dieser Defizite aus um zu erkennen, welchen Nutzen wir als Unternehmer aus dem Umweltmanagementsystem ziehen. Denn heute sind unsere Mitarbeitenden nachweislich unterwiesen, wir wissen um unsere Energieverbräuche und entdecken nicht nur Risiken, sondern v.a. auch Potenziale. Das sollte jedem/jeder UnternehmerIn Grund genug sein sich mit dem Thema eingehend zu beschäftigen.



Das bedeutet nicht, dass alle ein Managementsystem einführen müssen bzw. dass es für alle sinnvoll ist. Denn das bringt schon einen entsprechenden Aufwand mit sich. Wenn man intrinsisch motiviert und wirklich sehr diszipliniert ist, funktioniert das alles auch ohne externe Audits, Gutachtertermine und Validierung. Ich kenne aber unseren betrieblichen Alltag, und mir war von Anfang an klar, ohne Validierung durch einen externen Gutachter fällt jedwede intrinsische Motivation dem operativen Geschäft und seinen alltäglichen Pflichten zum Opfer. Ich als CR-Verantwortliche in unserem Unternehmen brauche starke Partner, um trotz des echt anstrengenden Alltags meine Themen durchzusetzen. Und unser externer Umwelt-Gutachter ist mein Partner. Der weiß nämlich wirklich zu schätzen, wie wir als kleines (derzeit) 24-Personen-Unternehmen ein Umweltmanagementsystem stemmen. Ich habe ihn nie als Kontrollinstanz erlebt, sondern immer als Unterstützer.

Zurück zu den Awards. Wir haben eine besondere Anerkennung bekommen, und ich weiß es von einm Jury-Mitglied, dass wirklich unser nachhaltiger Ansatz, gerade im Bezug auf Umgang mit unseren/die Miteinbeziehung unserer Mitarbeitenden, den Ausschlag gegeben hat. Das ist für mich auch der wichtigeste Hebel, die wichtigste Kennzahl im Nachhaltigkeitskontext. Unser Unternehmensleitbild ist ganz wesentlich davon bestimmt: Finden unsere Mitarbeitenden hier - neben einer gerechten Entlohnung – eine sinnhafte Tätigkeit. Können Sie sich einbringen. Geben wir als Unternehmensleitung so viel "Macht" ab, damit dies möglich ist. Das sind keine Fragestellungen. Das sind die Bedingungen.

Wir sind unglaublich stolz auf die "Besondere Anerkennung", gerade weil sie europaweit Gültigkeit hat und weil sie sowohl bei unserer Handwerkskammer wie auch beim Bundesumweltministerium entsprechend Aufmerksamkeit erzeugt hat. Mindestens genauso wichtig war mir die mehrfache Auszeichnung im Wettbewerb "Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2019". Denn dies beweist: Man kann gleichzeitig nachhaltig, fachlich und ökonomisch erfolgreich sein. Macht es uns nach. Ich freue mich über jeden Nachhaltigkeits-Wettbewerb, bei dem wir "nur" Zweiter, Dritter oder Zehnter werden.